Yiquan als Fitness-Training

 

Im Yiquan trainiert man Geist und Körper gleichermaßen. Der große Unterschied zu anderen Trainingsmethoden ist der Focus auf die mentale Ebene!

Durch das Training der gedanklichen Vorstellung wird bewirkt, dass Nerven und Muskeln des menschlichen Körpers einen hohen Grad an Koordination und Einheit erreichen. Das Erreichen der Hunyuanli Kraft ( „vollkommen runden Kraft“ ) und deren Anwendung ist das letztendliche Ziel des Yiquan-Trainings. Yiquan ist ein äußerst effektives und gesundes Fitness-Training. Es eignet sich auch hervorragend als Ergänzung bei vielen Sportarten.

Das Yiquan-Training hat eine unmittelbare Wirkung auf das energetische Befinden des Übenden, seine Beweglichkeit und der körperlichen Kraft. Laut chinesischen Studien können die Übungen den Krankheitsverlauf vieler, auch bereits chronischer Krankheiten positiv beeinflussen.

Was passiert beim Yiquan-Training

Die Übungen des Yiquan-Trainings bewirken, daß das im Gehirn gelegene Bewegungszentrum (motorisches Zentrum, bzw. der Motorkortex) trainiert wird, in dem die jeweiligen Muskeln, in einigen Übungen sogar isoliert von anderen Muskelgruppen, über längere Zeit kontrahiert und entspannt werden.

Dies geschieht durch den bewussten Einsatz von Yi, frei Übersetzt: der Intention, Absicht, Aufmerksamkeit oder Vorstellungskraft. Durch das Training mit der Vorstellungskraft wird speziell die Signalverarbeitung des Zentralnervensystems trainiert.

Im Gegensatz zum westlichen Krafttraining und Bodybuilding wird hier nicht die Anzahl und Dicke der Muskelfasern erhöht sondern die Funktion und Anzahl, also die Quantität und vor allem die Qualität, der Synapsen-Verbindungen im Gehirn und der Nervenendplatten.

Dadurch wird die Informationsübertragung deutlich verbessert. Es werden bei Entspannung, wie auch bei Anspannung eines Muskels mehr Muskelfasern einbezogen. Die Leistungskapazität des Muskels wird besser ausgelastet und es kann mehr Kraft in einer kürzeren Zeitspanne freigesetzt werden.

Es entsteht ein sogenanntes „Muskelgedächtnis“ für Bewegungen und ein besserer Bewegungsablauf wird ermöglicht. Ein entscheidender Faktor ist hier, dass die Effektivität unserer Bewegungen davon abhängt, wie präzise diese vorher eingespeichert (trainiert) werden.

Wirkung des Yiquan-Trainings auf die Psyche

 Wir sind es gewohnt, unsere Haltung von Gefühlen und Willenskraft leiten zu lassen. Yiquan versucht die vom Willen gesteuerte Kraft auszuschalten bzw. zu entkoppeln.

Ich WILL ist im Yiquan-Training kontraproduktiv! Was geschult wird ist Konzentration, Durchhaltevermögen und die Kunst entspannt und doch geistig wach zu sein.

Trainiert man regelmäßig stellt sich schon nach relativ kurzer Zeit ein Gefühl der Ausgeglichenheit und größer Gelassenheit gegenüber den Anforderung des täglichen Lebens ein.

Der Übende fühlt sich in seinem Wesen stärker verwurzelt.

 

Wissenschaftlich belegt!

(Bericht auf ARTE.tv vom Juli 2016)

Um Spitzensportler zu werden, braucht man nicht nur außergewöhnliche körperliche Fähigkeiten, sondern auch ein durchtrainiertes Gehirn. Derzeit beschäftigen sich Neurowissenschaftler mit Weltmeistern und Olympiasiegern, um ein Mentaltraining zu entwickeln. Werden die Sportler der Zukunft ihre Triumphe den Neuronen verdanken?

In den letzten 20 Jahren haben sich die Leistungen von Spitzensportlern auf beeindruckende Weise weiterentwickelt. Einige Topathleten feiern einen Sieg nach dem anderen – ihre außerordentlichen Fähigkeiten beschäftigen derzeit Neurowissenschaftler. Mit neuen Techniken erforschen sie, was sich hinter dem Talent dieser unschlagbaren Champions verbirgt.

Die Wissenschaftler durchleuchteten das Gehirn von Profisportlern und fanden heraus, wie motorische Fähigkeiten auf neuronaler Ebene erlernt und im Gedächtnis gespeichert werden. Sie beobachteten, dass intensives körperliches Training Veränderungen im Gehirn bewirkt, die Hochleistungssportler zu extrem schnellen und präzisen Bewegungen befähigen. Doch das ist noch nicht alles: Durch das tägliche Training werden auch die kognitiven Fähigkeiten der Athleten hochgradig gesteigert. Die Sportler sind konzentrierter und können ihre Aufmerksamkeit gezielter steuern, so dass sie die Bewegungen ihrer Gegner besser deuten und antizipieren können.

Heute stoßen Elitesportler an die physischen Grenzen des menschlichen Körpers. Nur bei ihren mentalen Fähigkeiten existiert noch Optimierungspotenzial. Immer mehr europäische und nordamerikanische Wissenschaftler bieten großen Sportvereinen und Olympiateams kognitive Übungen an, die bislang nicht auf den Trainingsplänen standen. Sie vermitteln den Trainern ein völlig neues Verständnis von Leistung und entwickeln individuelle Trainingskonzepte mit ihnen. Dabei spielen Beobachtung, Konzentration, Stressbewältigung und Emotionskontrolle eine große Rolle.

Verblüffend was Meister Wang Xiangzhai mit Yiquan entwickelte!

Artikel im Taijiquan & Qigogn Journal Heft 9, 3/2002
Interview mit Professor Yu Yong Nian (Beijing)


Stehen wie ein Baum – Zhanzhuang

Professor Yu Yong Nian ist einer der letzten noch lebenden Schüler desnamhaften Begründers der inneren Kampfkunst des Yi Quan, Wang Xiangzhai. Martin Pendzialek befragte ihn bei einem Besuch in Beijing danach, was es mit dieser Kunst, die weitgehend ohne äußere Bewegungen auskommt, auf sich hat. Im Zentrum steht dabei die Übung des Zhanzhuang, das »Stehen wie ein Baum« in verschiedenen Positionen. Professor Yu Yong Nian setzt diese Methode seit vielen Jahren auch therapeutisch ein und hat die Erfahrung gemacht, dass sie gerade bei Schwerkranken gute Erfolge aufweist. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist das tägliche Üben, das in seiner Dauer der Belastbarkeit der PatientInnen angepasst wird.



Herr Professor Yu, bitte beschreiben Sie ihre erste Begegnung mit Zhanzhuang und Ihrem Lehrer Wang Xiangzhai.

Zunächst hatte ich Taijiquan gelernt und wurde dabei auf die Übung des Zhanzhuang aufmerksam gemacht.1944 begann meine Ausbildung bei Wang Xiangzhai in Beijing. Zu dieser Zeit stellte ich viele Fragen und hatte kein Verständnis dafür, dass ich einen Monat nur eine Übung, das Stehen, durchführen sollte. Ich war ungeduldig und wollte etwas Neues lernen. Nachdem ich einen Sportlehrer um seine Meinung zu dieser Methode befragte, sagte dieser, dass es sich hierbei um keinen Sport handele, weil die Bewegung fehlte.

Ich hatte die »Nicht-Bewegung« im Vergleich zur allgemeinen körperlichen Bewegung nicht die inneren Bewegungen des Körpers – das Jinggong. Bereits vor 2700 Jahren wurde über »Xinshu«, »geistige Kunst«, geschrieben. Der Begriff »Xin« im alten China korrespondiert mit dem Begriff »Großhirn« in unserer modernen Sprache.

Auch Laozi hat über diese Methoden geschrieben, die mit Kopf, Nervensystem, Geist und Herz verbunden waren. Wushu als Kampfkunst wird im Unterschied zu Xinshu durch die äußere bewegte Form ausgedrückt. Wushu ist somit das Ergebnis, Xinshu die Ursache. Wushu wiederum die Form, Xinshu das Bewusstsein.

Mit »Wu« können wir also die Außenwelt beschreiben, die wir außerhalb unseres Körpers sehen können: die Natur mit Sonne, Mond, Bergen und Flüssen sowie die von Menschen entwickelten Produkte. Im Vergleich dazu gibt es Wahrnehmungen, Empfindungen in unserem Körper; etwas, was wir nicht mit der Geburt bekommen haben. Diese Empfindungen können nur durch Übung entwickelt und dann nach außen ausgedrückt werden; auch Qi zu spüren ist eine solche Empfindung.

Ein wichtiges Element der inneren Bewegungs- und Kampfkünste ist der Wechsel zwischen Entspannung und Anspannung. Dieser zeigt sich zum Beispiel bei ziehenden, drückenden, öffnenden oder stoßenden Bewegungen. Die Anwendung im Kampf setzt ein Gefühl, ein »Spüren« voraus, also Empfindungen, um die verschiedenen Kräfte in den entsprechenden

Bewegungen nach außen zu zeigen. Die Methode des Zhanzhuang entwickelt diese Voraussetzungen, indem wir durch den zunehmenden Informationsaustausch mit dem Nervensystem lernen, Empfindungen und Belastungen zu steuern sowie Gesundheit und Fitness zu verbessern. Eine besondere Rolle spielt dabei die Entspannung der Körpermuskulatur, um die Elastizität und damit die Qualität der Muskelarbeit zu fördern. Somit kann dieses gewonnene Kraftpotential gezielt in den Kampfkünsten eingesetzt werden.

Sie haben über viele Jahre Forschungen mit Zhanzhuang betrieben. Diese Methode wurde in zahlreichen Krankenhäusern gezielt gegen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Arthritis und chronische Beschwerden von Atmungs-, Kreislauf- und Nervensystem eingesetzt. Wie sind Ihre Erfahrungen und Ergebnisse aus der medizinischen Anwendung?

Ich arbeitete im Krankenhaus der Beijinger Universität und später in weiteren Krankenhäusern als Zahnarzt. Ich begann 1960 Zhanzhuang für Patienten anzubieten, nachdem ich inzwischen 16 Jahre Erfahrung damit gesammelt hatte. Ich schlug diese Methode für die klinische Behandlung vor, um sie besonders bei Patienten mit chronischen Erkrankungen einzusetzen.

Hauptsächlich bei schweren Erkrankungen zeigen sich immer gute Ergebnisse. Ein wichtiger Grund dafür ist die Selbstbeteiligung der Menschen bei der Behandlung ihrer Krankheiten. Patienten mit Bluthochdruck können nach einem Monat der Übung von Zhanzhuang die Tablettendosis reduzieren; der Blutdruckwert wird stabilisiert. Bei Menschen, die unter Schlaflosigkeit leiden, beruhigt sich das Nervensystem. Bei Störungen des Atmungssystems verbessert sich die Lungenfunktion. Ebenso können Entzündungen mit Wasserbildung beispielsweise im Kniegelenk geheilt werden. Menschen mit Krebserkrankungen können ihren Zustand erheblich verbessern und Schmerzen reduzieren.

Zu den Empfindungen während der Übung des Zhanzhuang gehören Taubheitsgefühl, Schmerzen, Schwanken, Asymmetrie sowie Wohlbefinden und Entspannung. Was sollten speziell kranke Menschen beachten und welche Empfehlung geben Sie, um die Gedanken loszuwerden und den Geist zu beruhigen?

Die Patienten sind zur täglichen Übung aufgefordert, dies ist die wichtigste Voraussetzung für den Übungserfolg. Jedoch müssen die Übungsdauer und die Standhöhe der Belastbarkeit angepasst sein. Die einzelnen Übungen sollen langsam aufgebaut werden.

Im Vergleich zu Qigong-Übungen mit gezielter Aufmerksamkeit auf einen Punkt oder Bereich ist es bei Zhanzhuang leichter, das Problem der aufkommenden Gedanken zu lösen. Wenn man Zhanzhuang übt, richtet man seine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen des Körpers wie Schmerz oder Müdigkeit in den Armen, Schultern oder Beinen. Diese Empfindungen werden bei regelmäßiger Übung durch die Entspannung abgebaut und die Gedanken dabei reduziert. Die Aufmerksamkeit orientiert sich somit an der entsprechenden Belastung des Körpers.

Welche persönliche Definition geben Sie »Qi« und haben Sie aufgrund Ihrer reichen Erfahrung Erkenntnisse darüber, wie »Qi« im menschlichen Körper wirken kann?

Es ist eine schwierige Frage, viele Menschen fragen: »Was ist Qi?« oder »Wie funktioniert Qi?« Ich meine, es gibt noch etwas hinter Qi. Über dem Qi gibt es ein »Wu«, also Materie

wie Eisen, Holz oder Wasser in der Außenwelt. Durch die Übung von Qigong kann man Qi verstehen. Die Wahrnehmung von Qi bedeutet Qi zu spüren, es ist eine subjektive Empfindung des Menschen im Körper unter Beteiligung aller Funktionseinheiten wie Gefäße oder Zellen des Herz-Kreislauf- und des Nervensystems.

Eine höhere Stufe des Qi bezeichne ich als »sachliches Qi«, wenn es sich bei bestimmten Bewegungen der Kampfkunst wie Ziehen, Drücken oder Stoßen zeigt. Diese bewusst gesteuerten Bewegungen sind anders als eine rein subjektive Wahrnehmung, das Kraftpotential ist dabei ebenso verändert wie die Empfindung. Schließlich können wir mit zunehmender Übungsqualität die unterschiedlichen Kräfte in unserem eigenen Körper spüren. Über den Informationsaustausch mit dem Nervensystem werden Empfindungen und Belastungen immer besser gesteuert. Hiermit entwickelt sich die Fähigkeit, Funktionen des Körpers zur Gesunderhaltung zu verändern oder von außen einwirkende Kräfte bei der Anwendung im Kampf zu verstehen und zu kontrollieren.

In Ihrem Buch »I-Chuan – Wissenschaftliche Grundlagen« beschreiben Sie unter anderem die Begriffe »Qi«, »Kraft« und »Dao«. In welcher Beziehung steht die Methode des Zhanzhuang zu »Dao«?

Mit zunehmender Übungsqualität auf einer höheren Übungsstufe werden die inneren und die äußeren Bewegungen »natürlicher«, die Empfindungen verändern sich im Sinne der Einheit von Körper und Geist. An dieser Stelle verweise ich auf das Prinzip »Wuwei«, welches der Philosophie des Daoismus entstammt und von Laozi beschrieben wurde. Zhanzhuang zu verstehen bedeutet das Dao zu verstehen; später gibt es keine Empfindungen mehr: »Das Dao ist ohne«.

Auf dieser hohen Übungsstufe stehen uns sehr viel Energie und sehr viel Kraft zur Verfügung. Wir verstehen diese Kraft, können Sie verändern und verstehen sie anzuwenden. Somit ergibt sich in einer Kampfsituation eine Überlegenheit gegenüber einer Person, die nicht diese Fähigkeiten erworben hat und anders »empfindet«.

Welche Bedeutung hat der Baum als Namensgeber für die Methode des Zhanzhuang?

Als ich begann bei Wang Xiangzhai zu lernen, übte ich im Park immer zwischen großen und kleinen Bäumen. Eines Tages fragte ich ihn, warum wir wie die Bäume stehen. Mein Lehrer sagte zu mir: »Schaue dir die großen und die kleinen, die dicken und die dünnen Bäume an. Die großen Bäume stehen lange, die kleinen Bäume stehen eine kürzere Zeit. Wenn man lange steht, wächst alles und die Kraft vermehrt sich.«

Pflanzen und Bäume können im Vergleich zu den Menschen sehr alt werden. Wenn wir stehen wie ein Baum in der Natur umgeben von guter Luft und Ruhe, dann können wir wie ein Baum natürlich wachsen, indem wir das Dao verstehen.

Herr Professor Yu, vielen Dank für die Zeit, die Sie uns geschenkt haben.

Trainingsinhalte von Yiquan

Zhan Zhuang

Die Hauptübungen des Yiquan ist eine Stehmeditation, die Zhan Zhuang d.h. “Stehen wie ein Baum” genannt wird.

Diese Übungen sind die ältesten Qigong-Übungen. Durch die Schulung der Aufmerksamkeit und Vorstellungskraft (Yi) sowie einer besonderen Form der Feinkoordination wird im Zhan Zhuang gelernt, innere Kraft zu entwickeln und zu steuern. Der Übende scheint regungslos dazustehen und gar nichts zu tun. In seinem inneren jedoch findet so etwas wie aktive Bewegung statt. Wer mit dieser Art des Trainings vertraut ist, wird sehr schnell feststellen, dass dies richtig mit Arbeit verbunden ist und man schnell an seine körperlichen und mentalen Leistungsgrenzen gelangt.

Shili

Shili wird übersetzt mit – das Probieren, Testen, Spüren und „Kosten“ – der Kraft.

Durch seine langsamen und fließenden Bewegungen, die anfangs am Stand, später dann auch mit Schritt verbunden werden, können unterschiedliche Kraftrichtungen entwickelt und „gekostet“ werden. Dies ist ein wichtiger Teil des Yiquan Trainings und hat im Trainingsaufbau des Yiquan eine große Bedeutung.

Angemessenes Shili-Training ist auch entscheidend dafür, ob man bei der Anwendung des Yiquan, z.B. im Tuishou oder im Zweikampf etwas bewirken kann oder nicht. Im Shili-Training spürt man die innere Kraft, die durch die Zhanzhuang-Übungen gewonnen wurde in der aktiven Bewegung. Man entwickelt die Fähigkeit, jederzeit bereit zu sein, um diese zu benutzen. Der Körper wird in sanften, langsamen isometrischen Bewegungen als eine Einheit bewegt. Shili hat die Funktion, unsere Körperbewegung mit dem Geist in Einklang zu bringen.

Mocabu

Stabilität und Mobilität durch das Training der Beine und Füße

Mocabu aktiviert die Nervenenden der Beine und Füße, dadurch werden die Beine und Füße empfindlicher in ihrer „Wahrnehmung“ bzw. Sensitivität. Nach Auffassung der chinesischen Medizin werden dadurch die durch die Beine verlaufenden Meridiane automatisch aktiviert. Genau aus diesem Grund ist Mocabu sehr förderlich für unsere Gesundheit.

Fali

Fali bedeutet „die Kraft explodieren lassen“ und ist die Hauptwirkung der inneren Kraft in der äußeren Anwendung.

Das bisherige Training von Zhanzhuang, Shili und Mocabu diente als Vorbereitung für das Fali-Training. Deshalb sollten wir erst dann mit dem Fali-Training beginnen, wenn wir eine gute Basis durch die vorangegangenen Trainingsbereiche erworben haben. Es handelt sich um spezielle Shili-Übungen. Der Übende soll erfahren, wie seine innere Kraft ein äußeres Objekt beeinflussen kann. Übungsziel ist hier genau wie im Taiji die Entwicklung von Kampfkunstfähigkeiten.

Tuishou

Tuishou bedeutet wörtlich „schiebende Hände“ und ist hier im Westen besser unter dem englischen Namen „Pushing Hands“ bekannt.

Das Tuishou in der Version des Yiquan ist eine konkrete Anwendungsmethode von Zhanzhuang, Shili und Mocabu. Es hilft enorm beim Sanshou (Freikampf-Training), besonders beim Nahkampf. In der Praxis ist es nicht zu vermeiden, dass beide Kontrahenten, sei es im Training oder in einer realen Auseinandersetzung, Kontakt haben.
Tuishou macht auch sehr viel Spaß!

Sanshou

Yiquan hat nicht nur die starke Wirkung auf die Gesundheit, sondern ist auch ein guter Anwendungsstil. 

Der Freikampf des Yiquan benutzt die geschickte Schrittarbeit, um immer in die Idealdistanz zu kommen. Beim Schlagen benutzen wir die explodierende Kraft und die Schläge müssen eine bohrende und durchdringende Kraft haben. Man muss möglichst durch einen Schlag den Kampf beenden. Der ganze Körper wie eine gespannte Feder. Im Kampf kann man Schlagen und Werfen kombinieren.

Sollte Kampfkunst nicht für Sie interessant sein, ist Yiquan trotzdem eine ausgezeichnete Methode Geist und Körper zu kultivieren!

Mehr Gelassenheit, Stabilität und Durchsetzungsvermögen
im Beruf

Aus dem Yiquan Training und da speziell aus dem Zhan Zhuang, schöpft der Körper Kraft und Energie.
Wir Europäer würden es als seelisches Gleichgewicht bezeichnen.

Die positive Wirkung auf die Psyche und das Selbstvertrauen ist unbestritten. Weil Yiquan eine Kampfkunst ist wird Konzentration, Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen besonders geschult und gestärkt. Das braucht ein Kämpfer in einer Situation der Auseinandersetzung.

Aber bitte nicht falsch verstehen: Aggression hat im Training und im Kampf NICHTS zu suchen!

Die oben angeführten Attribute sind in der Berufswelt genau so nötig wie bei einem Kampf. Sich mit hoher Konzentration und das in “vollkommener Entspanntheit“ zu präsentieren, das ist die Kunst die Yiquan Ihnen bieten und lehren kann!
Was noch dazu kommt ist, dass ihr Stresslevel sehr niedrig bleibt und dadurch ihre Gesundheit geschützt wird.

Nicht zu vergessen ist auch der körperliche Aspekt des Trainings. Yiquan ist z. B. sehr gut gegen Rückenschmerzen.

Regelmäßiges Üben verbessert ihre Fitness und fördert die Gesundheit.